Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendliteratur, so habe ich heute Vormittag gelesen, Kinder- und Jugendliteratur muss ein Thema haben.Es geht um Rechtsradikalismus, Gewalt, Mobbing oder erster Sex, Essstörungen oder Behinderungen. Tausend Themen sind möglich, oder mehr. Nur eines nicht: Reine Unterhaltung.

Offenbar ist es zur Zeit nicht möglich, einfach nur Geschichten und Bücher zu veröffentlichen, die an eine junge Leserschaft gerichtet sind und nicht irgend welche schweren Probleme wälzen.

So alt bin ich noch nicht, ich kann mich schon noch an meine eigene Jugend erinnern: Sie war voller Probleme! Liebeskummer, Zwangsstörung, Zoff mit den Eltern und der älteren Schwester, es war immer irgend etwas. Als würde ich Geld dafür bekommen habe ich Tagebücher vollgeschrieben, drei, vier oder fünf Seiten täglich, ununterbrochen die grossen prä-, para- und postpubertären Themen von Liebe, Verlust, Einsamkeit und Sehnsucht, schmalzig aufbereitet, heute entlocken mir die Texte ein feines Lächeln aber an den Schmerz kann ich mich noch gut erinnern, er ist eingebrannt.

Was habe ich mich damals danach gesehnt, dass jemand meine Gedanken ernst nehmen würde.

Von dem her ist es ja schön, dass es nun die ganze problemwälzende Jugendliteratur gibt. Nur löst dies natürlich auch nicht das Problem der Vereinsamung von Jugendlichen, denn Bücher sind gut und recht, aber die Geschichten darin sind und bleiben Geschichten – nicht real. Und sie können die dringend benötigten Beziehungen zu wohlwollenden Erwachsenen nicht ersetzen, die auch mal einen Rat erteilen oder Orientierung geben ohne zu werten, ohne zu verurteilen.

Echte Beziehungen, zu richtigen Menschen!

Beim Lesen jedoch wollte ich unterhalten werden. Ich wollte in ferne Länder reisen, Abenteuer erleben, Alanna von Trebond sein, oder wen es sonst noch so gab Ganz sicher wollte ich mich ablenken lassen und nicht beim Lesen auch noch dieselben Probleme wälzen, die meinen Alltag bestimmten!

Deshalb frage ich mich, wer heute die Jugendbücher schreibt, die einfach nur begeistern und unterhalten. Gibt es sie noch?

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