Donnerstage sind Arbeitstage

Eigentlich hätte ich heute Mailings und Werbebriefe für meine Firmen verschicken sollen. Irgend wann möchte man ja damit auch richtig viel Geld verdienen. Aber wie es so ist im Leben, war heute mein erster freier Tag Arbeitstag seit Wochen.

Ihr wisst es ja selber: An solchen Tagen ist man selten produktiv. Wenn ich es mir recht überlege, habe ich aber schlussendlich, trotz wunderschönem Frühlingstag, doch noch einiges geschafft (Fenster putzen, Betten frisch beziehen, Staub saugen, 3 Maschinen Wäsche waschen, aufhängen und wegräumen, abwaschen und feucht aufwischen zähle ich nicht mit, denn eigentlich dürfte ich mich an einem teuer bezahlten Arbeitstag nicht mit solchen Kinkerlitzchen aufhalten. Aber wenn’s einem vom Arbeiten abhält, weil die Staubmäuse unterdessen auf dem überfüllten Schreibtisch Tango tanzen, dann bleibt einer ja fast nichts anderes übrig, als mal den Sauger zu schwingen. Geschadet hat es keinesfalls!)

Nun, nachdem die paar Sachen schnell erledigt waren, musste ich natürlich eine Blitzpause einlegen und Kaffee trinken. Mark Twain wusste mich mit A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court so mit Beschlag zu belegen, dass ich fast vergass, dass ich ja heute für die kulinarischen Bedürfnisse unserer eheähnlichen Gemeinschaft verantwortlich war. Zum Glück lässt mich der Tiefkühler selten im Stich, so konnte ich das Mittagessen ohne grössere Blamage hinter mich bringen und konnte es zudem vermeiden, die Tageskosten durch einen Besuch im benachbarten Fischrestaurant weiter in die Höhe zu treiben.

füsse am flussNachmittags dann disloszierte ich in den sonnigen Garten und ging bei der selben Gelegenheit von Kaffee zu Cappuccino über. Nun meditierte ich unter den Büschen am Rande des Flüsschens, das an meinen Garten angrenzt und testete, ob sich Unkraut gegebenenfalls auch telekinetisch entfernen liesse. Weitere Studien werden jedoch nötig sein, um eine wissenschaftlich haltbare Schlussfolgerung publizieren zu können.

Nun denn, im angrenzenden Garten spielten und schwatzten Kinder verschiedener Altersstufen. Mit schlaftrunkenem Blick spitzte ich die Ohren und erlauschte, dass die darüber rätselten, wohin Nachbars Kaninchen verschwunden sein möge.

„Kochtopf“, dachte ich müde.

Und während ich für fremde Blicke offensichtlich vor mich hindämmerte, entstand in meinem Kopf ein Kriminalroman für Kinder, über ein verschwundenes Kaninchen und fünf Kinder, die sich auf die Suche nach ihm machten, und nachdem sie es gefunden hatten, den Dieb überlisteten, in seiner gerechten Strafe zuführten und das Kaninchen retteten.

So war der Tag schlussendlich doch noch produktiv.