Liebe Fatima

Liebe Fatima,

Dein Artikel Bond-Woman und Bond-Baby hat mich furchtbar erschreckt.

Wir lieben unsere Babys und ihre Väter und da die ja als Väter unserer Kinder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an deren Zeugung beteiligt waren, mussten sie mindestens einmal unserem sexuellen Jagdschema entsprochen haben. Aber bitte verschone uns mit der Idee eines James Bond, der seiner schwangeren Bond-Woman die schmerzenden, wassergeplagten Füsse massiert, der ihr im Kreisssaal beim Wehen Veratmen hilft, der dem Bond-Baby Windeln wechselt, mit ihm Bäucherchen macht und ein kolikgeplagtes Bond-Baby im Tragetuch durch die Nacht trägt, damit seine Bond-Woman endlich wieder mal eine Nacht durchschlafen kann.

Verschone uns mit der Idee eines Bonds, der die Schneehänge in Mürren mit Bond-Baby im Snugli runterwedelt, mit seinem schneidigen Boogaboo einem brutalen Hartan davonfräst, und statt mit witzig-spritzigen Kommentaren lieber mit Bananenbrei um sich wirft. Und auf dem Beifahrersitz des Bondmobils steht ein Maxicosi.

Nein, liebe Fatima, wirklich, die Idee ist fürchterlich. Bond ist Sex. Bond ist Erotik. Bond ist ein Prototyp, wenn nicht gar ein Archetyp des ungebundenen Sexisten, mit dem sogar wir alten Emanzen in den schwachen Stunden unserer feuchten Träume ein kleines Bisschen liebäugeln. Bond und Baby passt da nicht rein.

Wie hätten Sie denn gerne Ihr Fläschen, Herr Bond? Geschüttelt oder gerührt? Und Oliven gehen ja gar nicht, da könnte sich das Kind am Stein verschlucken!

Herzlich,

Deine Katinka Feinerbs

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