Nehmt Euch die Zeit

Wer, was, wie? Das sind die drei grossen „W“, die ein Artikel beantworten muss, so die goldene Regel des Journalist/innen-Handwerks. Wochenzeitungen und manchmal auch Tageszeitungen – mit ein paar Tagen „Verspätung“ auf die Neuigkeit – beantworten zudem auch das „warum“ in einem ausführlichen Hintergrundartikel. So war das mal.

Heute geht es auch bei der gedruckten Presse nur noch um die Neuigkeit. „Lieber schnell als korrekt“, so lautet die Devise nicht  nur im Internet, sondern auch im Print. Keine Zeit, Fakten zu prüfen, so entsteht eine Berichterstattung, die mir weniger und weniger gefällt. Und alles nur, um möglichst viele Klicks, möglichst viele Likes und möglichst viele Kommentare zu provozieren. Der Informationsgehalt an sich wird zur Nebensache.

Ich für meinen Teil finde, Journalist/innen sollten wieder zu ihrer ursprünglichen Berufung zurückfinden:  Fakten sauber recherchieren, sie strukturiert darstellen, bei fehlend Fachkenntnis auch mit Fachleuten sprechen, und dann die Informationen so strukturiert darstellen, dass neues Wissen, neue Erkenntnis generiert wird. Ich bin überzeugt, solche Artikel werden ihre Leser/innen finden. Denn unqualifzierte, ungefilterte Informationen und Meinungen werden z.Z. genug ins Netz geblasen, davon braucht es ganz sicher nicht noch mehr.

Nehmt Euch wieder mehr Zeit für gute Artikel!

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