Auf dem Schlauch

Es gibt doch diese Theorien der rationalen Entscheidungen etc., nach denen mündige, entscheidungsfähige Individuen scheints immer die für sie gescheiteste Entscheidung treffen sollen. So sagt man!

Nun denn, die Herren, die diese Theorien aufgestellt haben, kenne mich offensichtlich nicht. Denn sonst wäre ich schon sehr gespannt, wie die das Folgende erklären würden:

Es ist über ein Jahr her, dass das Prioritätchen beim Anschauen eines modernen Musikvideos über die Tastatur meines Laptops gekotzt hat. Ich konnte sie ziemlich gut retten, nur dass die linke Shift- und CTRL-Tasten, sowie „End“ und „Home“ wohl oxidiert sind und nicht mehr zu gebrauchen waren.

Wegen zweier defekter Tasten ersetzt man ja keinen sonst funktionsfähigen Computer. Also gewöhnte ich mir an, nur noch die rechte Shift-Taste zu benutzen, auch wenn ich dafür ein paar wirklich ungute Handgriffe in meinem Gehirn verankern musste.

Ein Jahr lang kämpfte ich nun mit ständigen Sehnenscheidenentzündungen, Zusammenhang sah ich aber keinen.

[hier käme jetzt einer dieser Smileys, der mit dem Kopf auf die Tastatur oder in die Wand schlägt, hin]

Nun, diese Woche ging das Komma über den Jordan. Als Texterin und Lektorin arbeiten, also wörtlich den ganzen Tag Buchstaben in die Tastatur hauen und auf ein Komma verzichten, das geht nun gar nicht. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte. Komma in den Sonderzeichen markieren und im Zwischenspeicher ablegen und jedesmal, wenn man eines benötigt, per CTRL-V einfügen. Mit der Zeit geht das ganz flink von der Hand.

Aber so flink nun dann doch auch wieder nicht und überhaupt. Ich klagte mein Leid meiner besten Freundin aber die sah auch keine andere Möglichkeit, als noch so lange durchzuhalten, bis ich mir ein neues Notebook leisten könnte. Also fing ich schon mal an, in Ausverkaufsprospekten zu stöbern. Es muss ja nicht unbedingt ein Notebook sein, ein Tablett mit entsprechender Peripherie wäre eventuell auch noch eine Möglichkeit. Damit wäre ich flexibler als jetzt und könnte auch im Schwimmbad oder auf dem Picknickplatz arbeiten, während Kurzer sich amüsiert.

Aber erst mein pragmatischer Mann kam dann auf die rettende Idee: Man könnte ja, alternativ zum neuen Rechner, auch einfach eine neue Tastatur kaufen, wenn man schon so knapp mit dem Geld ist, wie das bei uns momentan der Fall ist.

Gedacht, getan und heute kam dann auch schon das Paket mit einer wunderschübschen, neuen Tastatur und einem neuen optischen Mäuschen. So baute ich dann meine home-made Dockingstation (kann sich noch jemand daran erinnern, was das ist?)

Und jetzt kann sich mein doofes Hirn gar nicht mehr daran erinnern, dass man Shift auch mit der linken Hand drücken kann, anstelle von Sehnenscheidenenzündungsfördernden Einhandgriffen.

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