Weshalb sollte ich jeden Tag ein Posting schreiben können?

Es gibt ja wirklich keinen Grund dafür, solange ich es nicht schaffe, mich mal für eine halbe Stunde auf einen Text zu konzentrieren.

Heute war Feiertag. Eine gute Gelegenheit also, das Prioritätchen zu outsourcen und mich mit dem Lappi in mein Schreibstübchen zu verziehen und zu schreiben, schreiben, schreiben.

Ich Wahrheit sah es dann so aus, dass der Mann liebevoll noch unbedingt im Haushalt helfen wollte. Unsereins ist ja schon froh, wenn sie überhaupt einen Finger rühren, also „bitte nicht stören“ innen an die Brille geschrieben und abgewartet. So gegen 11:30 stieg mir dann doch der Senf in die Nase und ich schmiss beide raus, Mann und Prioritätchen. „Hab dich nicht so“ und „da hilft man mal und dann sagst du nicht mal danke“ – geschenkt!

Wenn ich als Autorin ernst genommen werden will, muss ich a) mich selber als Autorin ernst nehmen und b) dafür sorgen, dass mein nächstes Umfeld mich als Autorin ernst nimmt!

Jedenfalls wurde ich von den Beiden kurz darauf angerufen, sie hätten in der Werkstatt Fritten vorbereitet und die Sonne schiene und sowieso, sie müssten mir was zeigen. Und überhaupt, ob ich jetzt selber koche oder schnell vorbeikomme… ich müsse ja nicht bleiben, es ginge wirklich nur ganz kurz… die Schreibsachen könne ich ja mitnehmen, die Sonne sei wirklich sehr warm…

Nur damit er endlich Ruhe gab – und in der Hoffnung, danach endlich schreiben zu können – begab ich mich zu besagter Werkstatt und ass mit meinen beiden Männern. Natürlich war es schon 15:00 als ich heimkam, mit der Mahnung „vergiss den Brotteig nicht“ im Gepäck und vielen Ideen, was ich alles für’s Abendessen und die morgendliche Einladung vorbereiten könne, „weil Du ja sowieso zuhause bist, da musst Du ja nichts machen nur daneben sitzen und den Ofen ausschalten, damit die Peperoni nicht anbrennen“. Ach ja.

Endlich Ruhe, erst mal einen Cappuccino und einen dieser unsäglichen Spanischen Weihnachtskekse, von denen man einfach weiter isst, bis keine mehr da sind und man wie aus einem Drogenrausch aufwacht und sich übel fühlt, ganz übel. Aber erst wenn die Dose leer ist. Schlimme Sache!

Dann war schon 16:00 und ich noch keinen Buchstaben weiter, als mir siedend heiss in den Sinn kam, dass schon der 1. Mai ist und ich die Miete noch überweisen musste, und wenn ich sowieso in der E-Banking-Software drin war, konnte ich auch gleich die restlichen Einzahlungen erledigen, es war ja nicht so, dass ich damit einen Vorsprung gehabt hätte.

Und dann kochte ich was Feines und dann wollte der Mann noch etwas Paarzeit, das Prioritätchen hatte Bauchschmerzen und wollte bespielt werden und schlussendlich machten wir einen Videoabend.

Schreibzeit bekomme ich dann morgen. Vielleicht. Wenn nichts dazwischen kommt.

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